TRINK ROCK´N ROLL

GRAND CRU REISE - Cote D ´OR (BURGUND)

Erste Rast von den Strapazen der ersten 200km wurde im Elsass gemacht, hauptsächlich wegen Choucroute garni und natürlich Wein. Zu den Vor- und Hauptspeisen gabs halbtrockene und süße Pinot Gris und Gewurztraminer, zum Dessert dann der trockene Riesling. "Antizyklisch" war die Devise und das kollektive neue Lieblingswort.

 

4 Stunden später trafen wir in Vosne-Romanée auf unsere Freunde aus Deutschland und schreiteten zum ersten Programmpunkt: Ein Spaziergang durch die Nachbarschaft, genau gesagt durch die Lagen La Tache, Echezeaux und vorbei am Gebäude der Domaine de la Romanée-Conti. Die Akklimatisierung an große Namen war vollbracht. Es fehlte nur noch der Wein dazu. Zum Abendessen in der "La Tout Petit Auberge" ums Eck konnte aber auch das abgehakt werden und mit ein paar Dutzend Escargots und ein paar 1er Crus endete der Anreisetag überaus genussvoll.  

 

In den frühen Morgenstunden, bei sommerlichen Temperaturen und Kaiserwetter tourten wir mit unserer Fachfrau durch die Weinberge von Anne Gros. Grand Cru Lagen wie Richebourg, Echezeaux und Clos de Vougeot boten pure Wein-Romantik. Das dazu passende Tasting mit Richebourg 1995 und anderen gereiften Pinots war die perfekte Vollendung.

 

Romantisch war auch die Führung durch das im 12. Jahrhundert erbaute Monopol-Weingut mit Grand Cru Status Clos-De-Tart. Ein Schluck des 2014er Grand Crus wurde uns gewährt und die Einblicke in deren akribische Arbeitsweisen wussten zu begeistern. Fazit: Die machen ein paar Dinge anders dort und Burgund ist sowieso anders, sonst wäre der Wein auch nicht anders. Kaufen kann man ihn übrigens nicht, den Grand Cru aus dem 7,53 Hektar grossen ummauerten Clos. Piere Thiebert sorgte in Folge für antizyklischen Kontrast mit Verkostung und Verkauf in seiner Garage. Endlich füllte sich der Kofferraum unseres Minivans! 

 

Die Zwischengänge und feinen Weine im Restaurant "Le Chambolle" in Musigny zählen übrigens zur kollektiven Empfehlung unseres Teams und werden beim nächsten Besuch mit weiteren Zwischengängen ergänzt. Einmal das vom Nachbar bitte und noch eine Flasche Saint Aubin 1er Cru dazu, s ´il vous plait.

 

"Aux Champs-Elysées, aux Champs-Elysées. Au soleil, sous la pluie, à midi ou à minuit. Il y a tout ce que vous voulez aux Champs-Elysées" 

 

Hubert von der Domaine J.N. Gagnard präsentierte uns am nächsten Morgen in der angenehmen Vormittagssonne seine Weingärten in Chassagne Montrachet. Idyllisch und beeindruckend zugleich. Zum Kosten bekamen wir dann jede Menge sensationeller 1er Crus. Einfach nur geil, diese Montrachets! Olivier Leflaive führt im benachbarten Puligny-Montrachet ein schickes Restaurant, das als Hotspot für internationale Weintouristen fungiert und nicht so unseres war , obwohl wir uns ausnahmsweise gut benommen haben. Der Corton-Charlemagne Grand Cru als Draufgabe zum Verkostungsmenü hätte man sich sparen können.  Albert Morot in Beaune war dann das gelungene Finale mit 1er Cru Pinot Noirs und Marc de Bourgogne. Die Promillgrenze stieg rapid und fast reibungslos ging der letzte Abend auch schon zu Ende.

 

Weil man bei 30°C auf der Rückfahrt ein vitales Essen braucht, machten wir nochmal einen Abstecher ins Elsaß zum Choucroute und Schweinshaxen-Lunch. Ohne Wein, aber dafür mit Weib und Gesang. Ohhhhh Champs-Elysées... Pommmaaaaard!

RIESLING 2.0

Die kleine Gemeinde Buch hat sich auf Grund einiger exzeptionellen vinophilen Personen zu einer kleinen Weinmetropole in Vorarlberg entwickelt. Bester Ort also für unsere zweite Auflage der "Riesling Österreich - Deutschland Vergleichsdegustation", zu der am 10. Februar  2017 genau 14 starke Verkoster und Verkosterinnen angetrabt kamen. 

 

Hubi Sinz verwöhnte mit Forelle aus eigener Zucht und Andrea mit drei Varianten hausgemachtem Brot. Nachdem genussvoll die Grundlage geschaffen wurde, die man für 16 Weine benötigt, wurde das Ländermatch angepfiffen.

 

Die letzte Anweisung an die Teilnehmer*innen; "Es ist nicht alles so eindeutig wie es scheint", wurde richtig verstanden und die 2 Piraten aus Südafrika und dem Elsaß konnten beide ausfindig gemacht werden. 

 

Bei den nach traditioneller Methode hergestellten Schaumweinen hatte es der 2013er Steininger aus Langenlois leicht. Erstens weil er hoher Qualität entspricht, zweitens weil sein 2014er Kontrahent aus der Pfalz, vom Reichsrat von Buhl, leicht fehlerhaft war. 

Es folgte das Weingut Mehling aus Deidesheim mit Herr Mehling 2015 gegenüber Markus Huber seinem Traisental DAC 2015. Die lebendigere Säure und das damit verbundene famose Süß-Säurespiel des Erstgenannten, konnte als immer wieder erkennbares Merkmal für die Vertreter Deutschlands fest gemacht werden. Beide Weine kann man als gute Einstiegsweine bezeichnen.

 

Der erste Pirat war der südafrikanische Riesling von Hartenberg aus Stellenbosch. Er lässt sich als crèmig-fett, ölig, mit reifen gelben Früchten und klassischer Neuen Welt Stilistik beschreiben, was zugleich auch kollektiv als sehr langweilig empfunden wurde. Salomon Undhof´s Kögl dagegen war eine Wucht, der einheitlich begeisterte. Die Balance aus Säure, Mineralik (dezent salzig) und Frische macht diesen Wein zu einem Top Vertreter aus Österreich.

 

Der Urknall 2015 von Anton Zöhrer aus Krems duftete breit nach Pfirsich, Zitrus- und Orangenschale in der Nase und weckte die Neugierde, der Knall am Gaumen blieb aber leider aus. Das Große Gewächs Langenmorgen von Von Winning rechts im Glas zog auch gleich die Aufmerksamkeit ganz auf sich. Die Vielschichtigkeit an floralen und fruchtigen Komponenten mit imposanter Fruchtsüße machen den Riesling komplex, tiefgehend, konzentriert und trinkanimierend. Genialer Wein.

 

Der nächste Pirat Le Kottabe 2013 aus dem Elsaß, von Josmeyer wirkte verstaubt und konservativ, machte aber positive Punkte im Abgang  und im Druck hinten raus. Er hatte es  neben dem Forster Ungeheuer GG 2012 von Georg Mosbacher recht schwierig. Auch hier bewies sich wieder das verführerische Süß-Säurespiel mit mineralischem Biss als stichfester Trumpf.

 

 

Die nächste Runde war auf beiden Seiten grandios. Erste Reifenoten und zwei tolle Stile, im klassischen Sinn repräsentativ für Riesling und richtig erraten von einigen Profis in der Runde befand sich rechts das Schloß Gobelsburg, mit Heiligenstein Reserve 1.ÖTW 2011 im Glas. Links gab es einen Schluck vom Gut Hermannsberg, Hermannsberg GG 2010. Die Nahe zählt berechtigt zu den aufsteigenden Weinregionen Deutschlands. Das deutsche Große Gewächs wirkte floraler, mineralischer, straffer und lebendiger von der Säure als der Kamptaler. Dem Heiligenstein konnte man dafür wiederum Pluspunkte für seine Eleganz und dem komplexeren Körper geben. Die Favoritenrolle wurde unterschiedlich verteilt. 

 

Der zu erwartende Highlight des Abends stammte nicht überraschenderweise von Franz Hirtzberger aus der Wachau. Der legendäre Singerriedel 2006 wurde mit dem aus der Mosel beheimateten Erdener Prälat 2009 von Dr. Loosen gepaart. Wachau-Mosel, Hirtzi-Ernie... geballte Ladung à la Blockbuster Kino mit allen Muskelprotzen zusammen gegen den Rest der Welt. Zurück zum Wein:

Der Singerriedel aus dem reifen Jahrgang 2006 strotzte nur so von betörenden Aromen in jeglicher Vielfalt: Blüten, Blumen, Honig, Marille, Ananas und vieles mehr aus dem Fruchtkorb. Ein extraktreicher, ausgewogener und dichter Körper und diese beeindruckende Länge machen den Singerriedel immer wieder zum Star der Nacht. Wäre da nicht dieser Piefke, der ebenso vielschichtig fruchtig, druckvoll und körperreich ist und für genauso Begeisterung in der Runde sorgte. Der Erdener Prälat mit dezenter Petrolnote in der Nase, kraftvoller Säure, schöne Reifenoten, etwas geprägter von exotischen Früchten, unglaublich harmonisch, schöne Struktur und Potenzial für viele Jahre. Zum Schluss noch diese Lääääääänge!!!

Links und rechts einfach nur zum dahin schmelzen, oder zum in die Flasche springen und drin baden.

 

Das Finale aus dem Jahr 2004: Mantlerhof Wieland 1.ÖTW Reserve und Georg Mosbacher Kieselberg Spätlese 1.Lage. Bei beiden eine ähnliches bernsteingelb, ausgeprägte Reifenoten, aber keine grossartigen Petrolnoten. Der Wieland strotzt vor lebendiger Säure im positiven Sinn und der halbtrockene Zuckergehalt macht ihn auch nach 13 Jahren zu einem frischen und trinkigen Wein. Der Kieselberg dagegen wirkt schon etwas älter und ruhiger, vollmundig und mineralisch, mit Länge und Fruchtsüße im Abgang.

 

Der inoffizielle Teil wurde mit Anton Zöhrer Pinot Noir 2015 und Von Winning Pinot Noir I aus dem Jahre 2011 eingeleitet. Zur Krönung des Abends zauberte Gastgeber Hubi noch einen Kollwentz Point 2007 aus der Magnum aus dem Regal. Höchste Zeit mal kurz still zu werden, den Atem anhalten und Danke sagen, dass man sowas miterleben darf. Zeit, Wein und Freundschaft sind kostbar und wenn man es geschafft hat diese Werte zu vereinen darf man auch ein bisschen Stolz sein.

Merano Wine Festival 2016

Ein Besuch im prunkvollen Kurhaus Meran rentiert sich schon allein wegen der Location. Genau diese Säle wurden für uns am Samstag, den 04.11. zum Schauplatz des größten und renommiertesten Weinsalons im nördlichen Italien. Neben den vielen landeseigenen Weinen gab es unzählige internationale Aussteller, die ihre neuen Jahrgänge ausstellten. Als Special war die "Union de Grands Crus de Bordeaux" vertreten, die uns außerordentlich interessierte und begeisterte. Weine aus Deutschland, Rumänien, aus dem Libanon, Kroatien, Slowenien, Uruguay, Argentinien und aus unserem Heimatland Österreich fand man im Raum der internationalen Weingüter. Dort fand man auch einen GV Kellerberg 1997 der Domäne Wachau!

 

Bei den internationalen Weissweinen lag die "Wehlener Sonnenuhr" vom Weingut S.A. Prüm aber ganz vorne. Die Rieslinge von Carolin V. Hoffranzen (Classisches Weingut Hoffranzen), ebenfalls Mosel, beeindruckten durch Frische und Leichtigkeit. Die Mineralik des Devonschiefers, aber auch die Harmonie zwischen Säurestruktur und Frucht/-süße, machen diese Weine nicht umsonst weltbegehrt. Bei den Rotweinen muss nochmal die "Union de Grands Crus de Bordeaux" erwähnt werden. Chateau La Tour La Figeac, Chateau Belgrave und unser Highlight des Tages, der 1996er Pomerol vom Chateau Gazin löste kollektive Faszination für einen konservativen Weinstil aus, der aber nie ausser Mode zu kommen scheint.

Italien ist derart umfassend und vielseitig vertreten, dass an einem Tag nur ein Bruchteil verkostet werden konnte. Einen zweiten Tag mit ein zu planen wäre sicher kein Fehler gewesen, allerdings erfordert das auch Disziplin und Durchhaltevermögen und der Samstag war schon recht intensiv!

 

 

Umso schöner ist es dafür, die Personen zu treffen, die hinter den Weinen stehen, die man kennt und gelernt hat zu lieben. In diesem Fall trafen wir auf Elena von Duemani, Costa/Toskana. Ihre Weine gibt es übrigens auch in unserem Weinkeller zu finden.

Weiter verkostet wurden Weine vom Fuße des Etna, Lagrein, Vernatsch, Weißburgunder und Sauvignon aus Alto Adige, ein paar Supertoskaner, sowie Brunello und Barolo. Neben den großen Namen wie Biondi Santi, Ornellaia oder Marchesi Antinori, sorgten unzählige unbekanntere Winzer*innen für Überraschungen: Arcanum aus der Toskana zum Beispiel, oder der Barolo Rocche Dell´Annunziata von Renato Ratti.

Grande Vini Italiani

Gastgeber Vinussi versteht es wie kein anderer, den italienischen Stiefel zu sich nach Dornbirn zu holen und damit verbunden kehrte vergangenen Freitag, den 16.09.2016 auch der Sommer zurück. Meistens geht das ruck zuck mit dem ersten Schluck und dann heisst es: "la vita e bella". 

 

Zum "get together" wurde klassisch ein Franciacorta Satèn DOCG von Villa gereicht. Schöne Hefenoten, fein moussierende und vollmundige Perlage, gelbe Früchte im Abgang... sehr gute Qualität zu einem sehr fairen Preis.

 

Danach wurden 12 Rotweine verkostet. Immer in 2er Flights und blind. Ulrich Nussbaumer kommentierte die Paarungen jeweils und beeindruckte durch Fachlichkeit, die er sich durch 20-jähriges Bestehen und damit verbundenen unzähligen Weinreisen in die Regionen Italiens, aneignen konnte. Alle seine Winzer*innen arbeiten nach biodynamischer Motivation und/oder Richtlinien, was sich in der Sauberkeit der Samples bemerkbar machte. Ertragsreduzierungen, für das v.a. das Piemont bekannt ist, sowie hohe Qualitätsbestrebungen stehen bei all seinen Vertretern auf der Tagesordnung.

 

Verkostet wurde:

San Giusto A Rentennnano - Chianti Classico DOCG 2014

Fattoria Del Pino - Rosso Di Montalcino DOC 2013

Der Rosso zeigte deutlich mehr Reife, der Chianti links daneben wirkte noch verschlossen und zu jung, aber mit beachtlichem Potenzial.

 

San Giusto A Rentennnano - Le Baroncole, Chianti Classico Riserva DOCG 2013

Cerbaiona - Rosso Di Montalcino DOC 2013 

Sangiovese links und rechts im Glas und doch so verschieden. Le Baroncolo deutlich für die Toskana, saftige und kräftige Struktur mit viel Frucht und Länge. Potenzial ohne Ende! Der Rosso ging hier auf Grund dezenterem Finish und leichterer Struktur etwas unter.

 

Roberto Voerzio - Disanfrancesco, Nebbiolo 2013

Cesare Bussolo - Santa Lucia, Barbera d´Alba DOC 2013

Das Piemont mit seinen wichtigsten Rebsorten. Tolle Weine links und rechts, mit großer Lagerfähigkeit aber beide noch sehr jung.

 

Duemani - Altrovino, Merlot e Cabernet Franc, Costa Toscana IGT 2013

San Giusto A Rentennnano - La Ricolma, Merlot 2013

Ersterer korkte leider, dafür war La Ricolma ein grosser Krachaer!! Keiner hätte auf Merlot getippt und dennoch waren klassische sortenspezifische Merkmale vorhanden: Cassis, Brombeeren, Vollmundigkeit, vom Terroir geprägte Stilistik. Grossartig!

 

Stella Di Campalto - Brunello Di Montalcino Riserva DOCG 2009

Oasi Degli Angeli - Kupra 2008

Der Brunello zeigte mit erster Reife, sowie unglaublicher Kraft und Komplexität wohin das mit diesen Weinen bei richtiger Lagerung gehen kann. Ein Sieger des Abends für viele! Der Kupra 2008 aus Marken hingegen war ein reinsortiger Grenache, der ebenso begeisterte. Erste Reife mit konzentriertem Körper und toller Eleganz. Großes Kino!

 

San Giusto A Rentennnano - Percarlo 2012

Roberto Voerzio - Barolo "Rocche" DOCG 2012

Toskana und Piemont standen sich gegenüber und unter den Teilnehmern herrscht keine Einigkeit was wohin gehört. Percarlo, ein Klassiker der auch so wahrgenommen wurde: Dezent Sattelleder, vielschichtig fruchtig v.a. mit Beerenaromen, gut strukturiert. Der Rocche dell´Annunziata von Roberto Voerzio entpuppte sich als großen Barolo, der neben reifen Früchten, eine Gewürzpalette von Eukalyptus bis Menthol spielte. Dann die definierten Tannine und der voluminöse Körper... Überforderung in manchen Gesichter machte sich bei diesem Flight breit.

 

San Giusto A Rentennnano - Vin San Giusto 2007 (dolce VdT)

Villa - Diamant Pas Dosé 2008 Franciacorta DOCG

Zum Vin San Guisto fällt einem spontan "Stollwerk" ein, die braunen Karamelldinger von Manner. Süß, fett, dickflüssig-ölig... als Speisebegleiter zu Vorarlberger Bergkäse, oder sonstigen charaktervollen Käsesorten garantiert eine göttliche Kombination. Der Franciacorta Pas Dosé neutralisierte und erfrischte den Gaumen nach diesen tollen Weinen und beendete die offizielle Degustation.

 

Als Draufgabe zaubert Uli noch einen Brunello Di Montalcino von Salvioni Jahrgang 2006 heraus. Hoch beurteilter Jahrgang von einem Ausnahmewinzer. Um zu zeigen wie sowas dann in ein paar Jahren schmeckt wurde noch ein 1990er drauf gelegt. Dieser hatte neben wunderschöne Reifenoten alles was ein großer Wein braucht. Die Fruchtsüße wird getragen vom elegant-harmonischen Körper. Man sieht, dass sich die Säure über die Jahre zu integrieren versteht und der hohe Alkohol kaum noch spürbar wird. Der Wein wurde unter perfekten Bedingungen gelagert, was viel zur Qualität der Probe beigetragen hat. Zu guter letzt wurde noch eine fantastische Magnum von Roberto Voerzio entkorkt. Sarmassa 2009, ein Barolo aus La Morra. Kirschfrucht, Nougat, seidige Tannine, ein Traum von einem Wein, jetzt und in 10-15 Jahren.

Die "Es tut so weh, wenn ich vom Glas den Bodensee" Degustation

Der Weinbau am bayrischen Bodensee beginnt bereits 20 km nach der Landesgrenze und trotz langjähriger Tradition und ausgeprägter Kultur befassen sich nur ein paar Wenige mit ihm. Auf Müller-Thurgau und Spätburgunder ist das Hauptaugenmerk gelegt, aber auch Riesling, Grauburgunder und sortenvielfältige Spezialitäten werden kultiviert. Der Elbling ist eine dieser Besonderheiten und dazu noch die älteste Rebsorte der Gegend um Nonnenhorn herum. Die Probe von der Winzergemeinschaft Joseph Fürst, Jahrgang 2015, lässt sich als leichter, trockener Weisswein, säurebetont, mit grünen Fruchtaromen und etwas Exotik im Abgang beschreiben. 

 

Der darauf folgende Riesling, auch Jg. 2015, vom Winzerhof Josef Gierer, gab dann den Tarif durch, dass der Bodensee zu äusserst positiven Überraschungen im Stande ist. Besonders die klassische Primärfrucht Pfirsich und die knackige Säurestruktur begeisterten die gesamte Weinrunde, die sich mit 20 Personen im Messmer in Lochau eingefunden hat. 

 

Parallel blind verkostet und getrunken wurde:

Müller-Thurgau 2015, Weinbau Roland Hornstein

Spätburgunder Weißherbst 2015, Weinbau Roland Hornstein

Rotling 2015, Winzerhof Josef Gierer

Grauburgunder Barrique 2015, Winzergemeinschaft Joseph Fürst

Souvignier gris Reserve 2014, Rebhof Schaugg/Höscheler

Spätburgunder 2015, Weinbau und Rädlewirtschaft Reilo Marte

Pinot Noir "Cecile" 2009, Weingut Bründlmayer, Österreich (Pirat) 

Der letzte Flight bestand aus einer 2014er Cuvée Rubin, vom Rebhof Schaugg/Höscheler und einem Cabernet Cortis, Jg. 2014, vom Weingut Haug. Die Cuvée beinhaltet Spätburgunder und Regent. Mit  harmonischem Körper und Beerenaromen, weichen Tanninen und feinen Holznoten ist der Wein sehr stimmig ausgebaut. Der Cabernet Cortis ist noch etwas kräftiger in allem und ebenfalls von beachtlicher Qualität. Die Weine erwecken zudem alle den Eindruck, dass die Herangehensweise der deutschen Kollegen mit sehr viel Disziplin, Erfahrung und Leidenschaft verbunden ist und dafür verdienen sie Anerkennung und Respekt, die sie auch zunehmend von ausserhalb bekommen.

 

Marion Müller von der Bodensee Vinothek und Robert Appel, Kellermeister und Geschäftsführer der Winzergemeinschaft Joseph Fürst, begleiteten mit humorvollen Anekdoten durch den Abend und kommentierten die verschiedenen Weine. Um das ganze noch abzurunden und genussvoll abzuschliessen tischte Küchenchef Chris vom Restaurant Messmer eine Bouillabaisse und Bodensee-Paella auf, mit der er sich selbst übertreffen konnte. Das "open end" ging stimmungsvoll mit einem Tänzchen und einer Zigarre nach Mitternacht zu Ende.

 

Lochau, im Juni 2016

Alles nach dem Arlberg zählt in Vorarlberg schon zum Ostblock

Für viele Vorarlberger beginnt der Ostblock bereits wenn man nach dem Hospiz in St.Christoph wieder bergab fährt und der Dialekt sich schlagartig zu ändern beginnt. Ganz so drastisch ist es in unserem Weinclub nicht, unsere Liebe zum österreichischen Wein verschlägt uns ja bis ins südlichste Burgenland, oder die südlichste Südsteiermark. Damit die Gsiberger nicht vollkommen weltfremd und abgeschottet bleiben gibt es den Club Weinstein, der die Fronten in Sachen Wein immer wieder durchbricht und zu Kässpätzle auch mal eine alternative zum Mohren Pfiff serviert.

 

Nach gemütlichem "get together" und Avinieren der Gläser und Kehlen mit GV "Wieden" von Salomon Undhof Krems, folgte ein 6er Flight vom Balkan über Georgien nach Ungarn. Ein interessanter und zugleich bekannter Vertreter des Balkan Exportmarkts war Vranac aus Montenegro, welcher sogar in 2 Jahrgängen verkostet wurde. Der 2011er dominierte eindeutig gegenüber dem 2010er auf Grund seines kräftigeren Körpers und seiner animierenden Trinkfreudigkeit. Der georgische Amphorenwein Vita Vineas Rkatsiteli sorgte wie erwartet für 2 Lager. Während das eine Lager nichts damit anfangen konnte, diskutierte das andere Lager über die Bitterstoffe, Tannine und Dörrobst Aromen, die eigentlich recht harmonisch auffielen. Der Ungare gefiel weniger, v.a. wegen der hohen Restsüsse. Der Vertreter aus Bosnien Carska Blatina sorgte dann für das erste "Aha-Erlebnis" und jedem Schluck wurde zunehmendem Respekt gezollt. Sieger des Flights wurde schlussendlich Zivot Tece aus Serbien, was übersetzt soviel bedeutet wie "das Leben fliesst". Ein vielschichtiger fruchtiger Wein; dunkle Beeren und Kirsche stehen in solider Beziehung zu weichen Tanninen und rundem Körper. Alles in allem bereitete der Ausflug in den Osten viel Spass und weckte die Lust auf mehr. 

 

Zum Glück stand vor lauter Lust noch eine feine Selektion vom Weingut Lang aus Neckenmarkt im Garten. Die Blaufränkisch Reserve L1, Fusion One und Cuvee Excelsior wurden dieser Reihenfolge nach verkostet. 

 

Der L1 2013 verfügt über unglaubliche Saftigkeit und Finesse. Dunkle Beeren mit fruchtig-süssen Extrakten und einer feiner Süss-Säure Balance. Am liebsten will man sich darin baden!

 

Der Fusion One 2014 ist dagegen schon etwas komplexer und nicht so einfach zugänglich. Wieder dunkle Früchte und harmonischer Körper mit guter Länge, aber noch zu jung. Die Cuvée aus Blaufränkisch und Merlot hat noch ein bisschen zu reifen.

 

Zum Schluss noch die Granate des Abends, nämlich die Cuvee Excelsior 2013 (BF, CS, M, S). Triumphiert besonders durch den dichten Körper und den kräftigen Tanninen, aber auch wieder durch die gesamte oben genannte Fruchtpalette und noch viel mehr. Ein großer Wein, der noch lange am Gaumen picken bleibt und bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

Danke vielmals an Andrea Lang  von Rotweine Lang für die zur Verfügung gestellten Proben. 

 

Verkostet vom Club Weinstein im Mai 2016.

Die obigen Foto Aufnahmen wurden mit Leidenschaft von Nussbaumer Photography geschossen und stehen unter dem urheberrechtlichem Schutz von Michael Nussbaumer.  Im Fall von Interesse an seiner Arbeit einfach auf eMail klicken und ihm ein paar nette Zeilen schreiben!

Die 1.Leistungsgruppe auf der "Tour De Vin" 2016

Mit einer Mannschaft, die in der Weinverkostungs-Championsleague mitspielt und der Gegner nach dem Hinspiel freiwillig auf das Rückspiel verzichtet, rückte die 1.Leistungsgruppe des Club Weinsteins in Langenlois ein.

 

Als Opening und zum "get together" fungierte am Freitag Abend ein 6-Gänge Menü, inklusive Weinbegleitung im Heurigenhof Bründlmayer. Ein Heurigen mit Haube... auch das gibt es und zu recht. Geboten wurden kreative Kreationen mit tollem flüssigem Pendant, aktuell und auf 13 Jahrgänge zurück .

 

Am Samstag wurde dann von 10 bis 18 Uhr durch die österreichischen Traditionsweingüter marschiert, mit stets guter Laune und einem Motto des bereits verstorbenen Präsidenten D.E. Eisenhower: "Ein Plan ist nichts, Planung ist alles!" 

 

So wurden im Stundentakt die Segel gesetzt und Fahrt aufgenommen zum nächsten Erlebnis. Das Taxinetz in der Gegend ist im Fall beschissen, also früh genug ein Fortbewegungsmittel organisieren, oder neue Planung beginnen. Letzteres ist eher so unser Ding, also wurde dort hin navigiert, wo die nächste Flaschenparade für uns platziert wurde und man uns mit unserer Brosche und Broschüre einstempeln liess.

 

Der erste Halt lag neben unserer Unterkunft. Allerdings scheint das Weingut Hiedler schon lange kein Geheimtip mehr zu sein. Maximus begeisterte, sowie der Einsatz von Holz bei Chardonnay.  

 

Unser Landsmann Michael Moosbrugger wusste ideologisch und rhetorisch mit einer Kellerführung im Schloss Gobelsburg zu beeindrucken. Zu verkosten gab es in Gobelsburg neben den ausgezeichneten hauseigenen Weinen auch großteils selbige famose Lagen vom Weingut Bründlmayer.

Johann Topf gebührt der Preis für die beste Vertikale, im Keller seines Weinguts in Strass. Die bis auf 15 Jahre zurück gehenden GV´s Offenberg ließen unsere Herzen höher schlagen. Freuen durften wir uns auch über einen noch wunderbaren, riesigen 95er GV Gaisberg.

 

Gastwinzer Georg Prieler beglückte uns zum Abschluss eines herrlichen Verkostungstag mit seinem Blaufränkisch Marienthal und Cab Sav Ungerbergen.

 

Am Abend wartete schon eine Stelze im Braugasthaus zum Fiaker und ein erfrischendes Bier zur Abkühlung. Während die ersten sich ins Zimmer verkrochen, galt für die Hardcore Abteilung Aufbruch zur Big Bottle Party ins Kloster Undhof nach Krems. Halleluja...langer Tag, tolle Party, hundskaputt, aber ungeheuerlich zufrieden. 

 

Punkt 10 Uhr begann am Sonntag die nächste Runde unserer Ralley de 1.ÖTW Lagen.

Birgit Eichinger gewährte Einblicke in ihren Keller, wo eine reife Magnum für uns entkorkt wurde. Bei Bert Salomon in Krems fühlte sich manch ein Weinsteiner fast schon Zuhause und Steiner Kögl sorgte wieder einmal für schiefrige Begeisterung. Mit Blick auf die 1.ÖTW Lagen Heiligenstein, Gaisberg, Lamm und Grub und einem vollen Becher, wurde der "big Juice" vom Weingut Hirsch in Kammern analysiert und als sehr gut befunden.

Weiters war der Ausflug ins Traisental zu Markus Huber und Weingut Neumeier, sowie in den Wagram zu Bernhard Ott ein   gelungener Tapetenwechsel. Bei Neumeier konnte man 10 Jahre alte Weine einmal mit Kork und einmal mit Schrauber gegenüberstellen und vergleichsweise kosten. Der Schrauber hat wieder einmal sehr gut abgeschnitten, was für wenig Überraschung sorgte. Die Schläuche von Bernhard Ott sind laut Meinrad die saubersten in ganz Österreich... der Club stimmte einstimmig und in gewohnter Harmonie zu. 

Der Heurige Steinschaden am Sauberg, ebenfalls bei unserem Hansy Haus um die Ecke, bietet neben der tollen Aussicht auch hervorragendes Essen. Auf den Wein zum Abendssen haben wir nach einem langen Degustationstag allerdings erneut verzichtet.

Zum Finale gab es im Hansy Haus noch folgende Eroberung des Tages... Salomon Wines Alttus 2003, Finiss River, Süd-Australien. Diese Flasche bedarf einer genaueren Ausführung:

Dunkles rubinrot mit violetten Reflexen, sehr hohe Viskosität. In der Nase vielschichtige Fruchtkomponenten, bestehend aus reifen, dunklen Beeren und einem Hauch schwarzer Pflaume. Bestätigt sich am Gaumen und erweitert sich mit einer Palette von roten Beeren bis hin zu Cassisnoten. Dichter, saftiger und runder Körper mit einer feingliedrigen Tanninstruktur. Röstaromen und Holznoten runden den trockenen Abgang harmonisch und lang ab. Jetzt zum Trinken und sehr zu empfehlen... ein exorbitantes Weinerlebnis!

 

Verkostet vom Club Weinstein, am 01.05.2016

Das Debüt im Freigeist 2.0 mit Salomon Wines

Garage, Kunst und Kulinarik trifft auf Wein. Bert Salomon folgte unserer Einladung und gab Einblicke in die internationalen Machenschaften seiner Familie. Marc Neufellner umrandete zum Finale mit Köstlichkeiten aus den heimischen Gewässern und die Weinsteins durften zurück lehnen und in familiärem Ambiente geniessen.

 

Lustenau, März 2016 

 

www.salomonwines.com

www.zumfreigeist.at

 

Die legendäre Emmerich Knoll GV Magnum Degustation

 

Vertikal verkostet wurde:

Grüner Veltliner Smaragd 2006

Grüner Veltliner Smaragd 2007

Grüner Veltliner Smaragd 2008

Grüner Veltliner Smaragd 2009

 

Im Anschluss:

Gerhard Markowitsch M1 2003

Andi Kollwentz Point 2004

Prieler Goldberg 2003

diverse Franz Hirtzberger, Rudi Pichler, FX Pichler u.v.m.

 

Bogad Bar Dornbirn, im Juni 2015

www.bogadbar.com

Tourstop von Helmut Piewald aus der Wachau

 Zwischen München und Zürich konnte Helmut Piewald noch einen Tourstop in Buch einlegen. Mit im Gepäck hatte er seine sorten- und gebietsspezifischen Grüne Veltliner und Rieslinge, die durch beeindruckende Mineralität und vielschichtige Fruchtkomponenten den Gaumen zum Jodeln brachte. Buch bei Wolfurt, Dezember 2015

http://weingut-piewald.at

Deutsche und Österreichische Rieslinge im Vergleich

Schäfer- Fröhlich, Schiefergestein 2013

Knebel, von den Terrassen 2014

Dr. Loosen, Erdener Treppchen 2011

Eva Fricke, Krone 2011

Wittmann, Morstein 2010

Dönnhoff, Dellchen 2012

Hiedler, Heiligenstein 2013

Salomon, Kögl 2011

Piewald Smaragd 2007

Steininger, Julian 2013

Martin Donabaum, Smaragd X-Trem 2013

Josef Dockner, Fürther Gottschelle 2014

 

Buch bei Wolfurt, November 2015

 Sowohl auf österreichischer Seite, wie auch auf deutscher gab es beeindruckende Qualität, da waren sich alle einig. 

 

Was zu erwarten war und sich auch bestätigt hat: Die Deutschen meistens mit etwas mehr (Rest-)süsse. Die Österreicher etwas kräftiger, v.a. im Alkohol. Jede/r Teilnehmer*in hatte schlussendlich seinen/ihren eigenen Favoriten.

 

Ein Genuss und Highlight des Abends: 

Salomon Wines Krems Riesling "Pfaffenberg" 1996. Am Höhepunkt schon vorbei, bernsteinfarbig, voluminöser Körper mit presenter Säure und tiefen reifen gelben Früchten. 

Weinlese bei Salomon Wines in Krems Österreich

 

1.ÖTW Lage Riesling Kögl. Reifes, schönes Traubenmaterial, im 2. Lesedurchgang.

 

Ein vielversprechender Jahrgang erwartet uns.

 

Oktober 2015